
Bildrechte
Teil von Wie werden Bildrechte für Unternehmensbilder geklärt?
Bildrechte Kosten für Werbung, Website und Social Media
Bildrechte Kosten 2024: Lizenzpreise für Werbung, Website und Social Media in Euro netto plus 19 Prozent MwSt., mit Beispielrechnung, VG Bild-Kunst und BFF.
Das Wichtigste auf einen Blick
Bildrechte-Kosten auf einen Blick
- 150–600 €Website, 5 Jahre
- 120–400 €Social Media, 1 Jahr
- 19 %Umsatzsteuer auf Netto
- 595 €brutto aus 500 € netto
- Lizenzkosten richten sich nach Medien, Nutzungsdauer, Territorium und Reichweite, nicht nach der Dateigröße.
- Für die Unternehmenswebsite sind 150 bis 600 Euro netto je Bild für fünf Jahre ein marktüblicher Rahmen.
- Social Media liegt bei 120 bis 400 Euro netto je Bild und Jahr, Paid-Kampagnen kosten deutlich mehr.
- Auf jeden Nettobetrag kommen 19 Prozent Umsatzsteuer, aus 500 Euro netto werden 595 Euro brutto.
- VG Bild-Kunst, BFF und IHK München liefern Tarifrahmen, Honorarempfehlungen und Vertragshinweise.
Diese Faktoren bestimmen den Preis für Bildrechte
Lichtbilder und Lichtbildwerke sind urheberrechtlich geschützt. Das Verwertungsrecht liegt beim Urheber, also beim Fotografen. Wer ein Bild in Werbung, Website oder Social Media einsetzt, braucht dafür eingeräumte Nutzungsrechte.
Sechs Faktoren steuern den Preis: Nutzungsart, Dauer, Territorium, Reichweite oder Auflage, Exklusivität und die Frage, ob Rohdaten und Bearbeitungsstufen mitgeliefert werden.
Der stärkste Hebel ist die Nutzungsart. Ein Bild auf der eigenen Website ist günstiger als dasselbe Motiv in einer Plakatkampagne. Werbung erreicht mehr Menschen und wird breiter verwertet, deshalb verlangen Fotografen dort höhere Sätze.
Nach UrhG muss die Vergütung angemessen sein. Ist sie auffällig niedrig, kann der Urheber später eine Anpassung verlangen. Den Gesetzestext zum Vergütungsanspruch nach § 32 UrhG sollten Einkäufer vor der Unterschrift prüfen.
Lizenzkosten 2024: Beispielrechnung für typische Nutzungen
Die folgende Beispielrechnung zeigt marktübliche Spannen für das Jahr 2024, netto und brutto. Sie ist keine Angebotszusage, individuelle Angebote weichen ab.
Lizenzkosten 2024
| Nutzung | Zeitraum | Lizenz netto je Bild | MwSt. 19 Prozent | Brutto |
|---|---|---|---|---|
| Unternehmenswebsite, weltweit | 5 Jahre | 150 bis 600 Euro | 28,50 bis 114 Euro | 178,50 bis 714 Euro |
| Social Media organisch | 12 Monate | 120 bis 400 Euro | 22,80 bis 76 Euro | 142,80 bis 476 Euro |
| Paid Social und Online-Werbung | 12 Monate | 300 bis 1.200 Euro | 57 bis 228 Euro | 357 bis 1.428 Euro |
| Print- und Plakatkampagne, DACH | 12 Monate | 600 bis 2.500 Euro | 114 bis 475 Euro | 714 bis 2.975 Euro |
| Stocklizenz für die Website | 5 Jahre | 10 bis 100 Euro | 1,90 bis 19 Euro | 11,90 bis 119 Euro |
Der Grundpreis gilt für ein Medium, ein Territorium und ein Jahr. Jedes weitere Medium oder Jahr erhöht ihn typischerweise um 25 bis 50 Prozent. Kommt eine weltweite Ausspielung hinzu, verdoppelt sich der Nettobetrag häufig.
Beispiel: Wer für die eigene Website 300 Euro netto einplant, zahlt bei 19 Prozent Umsatzsteuer 357 Euro brutto. Für ein zweites Medium kämen nach dieser Staffel 75 bis 150 Euro netto hinzu.
Nutzungsdauer, Nachlizenzierung und neue Medien
Nutzungsrechte werden befristet eingeräumt. Läuft die Frist ab, endet das Recht. Jede weitere Verwendung ist dann eine Urheberrechtsverletzung, auch wenn die Datei noch auf dem Server liegt.
Der § 32a UrhG zur zusätzlichen Vergütung bei neuen Nutzungsarten greift, wenn Verwertungsformen bei Vertragsschluss noch nicht bekannt waren. Der Urheber erhält dafür eine zusätzliche angemessene Vergütung.
Planen Sie 20 bis 30 Prozent des Lizenzbudgets als Puffer für Verlängerungen ein. Archivieren Sie Vertrag, Rechnung und die freigegebene Motivdatei mit den Laufzeitdaten.
Checkliste: Bildrechte richtig budgetieren
- Nutzungsumfang schriftlich festhaltenMedien, Dauer, Territorium, Auflage, Exklusivität.
- Im Angebot prüfen, ob eine konkrete Rechteeinräumung benannt ist oder nur allgemeine Nutzungsrechte.
- Staffelpreise erfragenZweitmedium, Verlängerung, weltweite Ausspielung, Paid Media.
- 20 bis 30 Prozent Puffer für Nachlizenzierung und Zusatznutzungen einplanen.
- Vertrag, Rechnung und Motivdatei mit Laufzeit archivieren.
Was bei fehlenden oder abgelaufenen Bildrechten droht
Ohne gültige Rechte drohen Unterlassung und Schadensersatz. Der § 97 UrhG zu Ansprüchen bei Rechtsverletzungen regelt diese Fälle, hinzu kommen Abmahnkosten. Die Unterlassungserklärung wird meist innerhalb weniger Tage verlangt.
Der BFF veröffentlicht einen Honorar-Guide, der Nutzungsrechte nach Medien, Dauer und Reichweite staffelt. Die VG Bild-Kunst nimmt Vergütungsansprüche für Fotografen und bildende Künstler treuhänderisch wahr. Die IHK München informiert in Merkblättern zu Urheberrecht und Bildnutzung in Unternehmen.
Umsatzsteuer und Rechnungen aus dem Ausland
Rechnet ein Fotograf aus Deutschland, weist er 19 Prozent Umsatzsteuer aus. Bei Anbietern aus anderen EU-Staaten greift bei gültiger Umsatzsteuer-Identifikationsnummer das Reverse-Charge-Verfahren: Sie führen die Umsatzsteuer selbst ab.
Häufige Fragen
Was kostet ein Bild für die Unternehmenswebsite?
150 bis 600 Euro netto je Bild für fünf Jahre und weltweite Nutzung sind ein marktüblicher Rahmen. 19 Prozent Umsatzsteuer kommen hinzu. Exklusivität und mehrere Länder erhöhen den Preis.
Warum ist dasselbe Motiv in der Werbung teurer als auf der Website?
Werbung erreicht mehr Menschen und wird kommerziell breiter verwertet. Fotografen staffeln die Vergütung nach Reichweite und Medienzahl. Eine Plakatkampagne mit langer Laufzeit liegt deshalb deutlich über dem Website-Tarif.
Muss ich die VG Bild-Kunst bezahlen?
Nur bei Nutzungen, die sie treuhänderisch wahrnimmt, etwa gesetzliche Vergütungsansprüche. Die Lizenz für ein einzelnes Fotomotiv zahlen Sie direkt an Fotograf oder Agentur.
Was passiert, wenn die Nutzungsdauer abgelaufen ist?
Dann endet das Nutzungsrecht. Sie müssen die Verwendung einstellen, das Bild entfernen oder eine Verlängerung einkaufen. Archivieren Sie die Laufzeitdaten, damit Fristen nicht durchrutschen.


