Vergleich von Bildverwaltungssystemen für Cloud, Server und Hybrid
Bild: Bildwirtschaft

Bildverwaltung

Teil von Bildverwaltung einführen: Bestandsaufnahme, Kriterien und Einführungsstufen

Bildverwaltung Systeme im Vergleich für Cloud, Server und Hybrid

Bildverwaltung Systeme im Vergleich: Cloud, Server und Hybrid mit Canto, Bynder und Fotoware, Kostenbeispiel 2024 sowie Prüfung der Bildrechte für Teams.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Cloud, Server und Hybrid unterscheiden sich beim Betriebsaufwand, bei der Datenhoheit und bei den laufenden Kosten.
  • Canto, Bynder und Fotoware bedienen mehrere Betriebsmodelle mit unterschiedlichen Schwerpunkten.
  • Bei Personenfotos gelten DSGVO und BDSG, bei Nutzungsrechten das UrhG.
  • Ein Kostenbeispiel für zehn Nutzer liegt netto zwischen 4.800 und 6.200 Euro pro Jahr, plus 19 Prozent Umsatzsteuer.

Cloud, Server und Hybrid im direkten Vergleich

Bildverwaltung Systeme, fachlich Digital Asset Management genannt, verwalten Dateien, Metadaten, Nutzungsrechte und Ausgabekanäle.

Cloud, Server, Hybrid im Vergleich

Cloud

Betrieb
Anbieter
Datenhaltung
Anbieter-Rechenzentrum
Kostenart
Abo pro Nutzer
Skalierung
kurzfristig
Anbindung
Internet

Eigener Server

Betrieb
eigene IT
Datenhaltung
eigener Standort
Kostenart
Lizenz plus Betrieb
Skalierung
nur neue Hardware
Anbindung
VPN oder LAN

Hybrid

Betrieb
geteilt
Datenhaltung
Metadaten Cloud, Master lokal
Kostenart
Abo plus Serveranteil
Skalierung
teilweise flexibel
Anbindung
VPN plus Internet

Das Betriebsmodell entscheidet, wer Server, Updates, Backups und Ausfallsicherheit verantwortet. In der Cloud trägt diese Last der Anbieter, auf einem eigenen Server die IT-Abteilung, im Hybridmodell teilen beide Seiten die Aufgabe.

Cloud, Server und Hybrid im Vergleich

Cloud

Betrieb
Anbieter
Datenhaltung
Rechenzentrum des Anbieters
Kostenart
Abo pro Nutzer
Skalierung
kurzfristig möglich
Anbindung
Internet

Eigener Server

Betrieb
eigene IT
Datenhaltung
eigener Standort
Kostenart
Lizenz plus Betrieb
Skalierung
nur mit neuer Hardware
Anbindung
VPN oder LAN

Hybrid

Betrieb
geteilt
Datenhaltung
Metadaten in der Cloud, Masterdateien lokal
Kostenart
Abo plus Serveranteil
Skalierung
teilweise flexibel
Anbindung
VPN plus Internet

Clouddienste rechnen pro Nutzer und Monat ab, übliche Laufzeiten liegen bei zwölf bis 36 Monaten. Der Datenexport muss vertraglich geregelt sein, damit ein Anbieterwechsel technisch möglich bleibt.

Eigenbetrieb verlangt Hardware, Lizenzen, Wartungsverträge und Personal. Dafür bleiben Speicherort und Zugriffsprotokolle vollständig im Haus, was bei Mandanten- und Personendaten hilfreich ist.

Im Hybridmodell liegen Metadaten und Vorschauen in der Cloud, die Masterdateien auf einem lokalen Speicher. Diese Trennung verkürzt Übertragungszeiten, erzeugt aber zwei Systeme, die synchron gehalten werden müssen.

Kriterien für die Auswahl

Vergleichskriterien sind Rechteverwaltung je Nutzerrolle, Unterstützung für Einzelanmeldung, Programmierschnittstellen, Metadaten nach IPTC und XMP, Exportprofile sowie Protokolle über jede Änderung.

Metadatenqualität entscheidet darüber, wie schnell Bilder gefunden werden. Pflichtfelder, kontrollierte Vokabulare und Volltextsuche innerhalb der Dateien erschließen auch Altbestände.

Ein eigenes Rechenzentrum erleichtert die Anbindung an bestehende Speichersysteme, kostet aber Personal. Clouddienste liefern neue Funktionen schneller, binden jedoch Daten an einen Vertragspartner.

In fünf Schritten zum passenden Betriebsmodell

In fünf Schritten zum Betriebsmodell

  1. Datenmenge und Dateitypen erfassen, getrennt nach Fotos, Videos und Rohdaten.
  2. Muss-Anforderungen an Datenhoheit und Aufbewahrung mit der Rechtsabteilung klären.
  3. Nutzerzahl und Rollen festlegen, weil sie den Lizenzpreis bestimmen.
  4. Anbindung an CMS, Shop und Social-Media-Kanäle prüfen.
  5. Angebote über fünf Jahre rechnen, einschließlich Migration und Schulung.

Was bitkom, BVDW und IHK München beisteuern

Der Digitalverband bitkom erhebt regelmäßig, wie Unternehmen Clouddienste nutzen, und veröffentlicht diese Ergebnisse in seinen Studien. Wer den Markt einordnen will, findet dort Zahlen zur Verbreitung von Cloud- und On-Premises-Betrieb.

Der Bundesverband Digitale Wirtschaft, kurz BVDW, vertritt Unternehmen der digitalen Wirtschaft und veröffentlicht Positionspapiere und Leitfäden zu Datennutzung und Bildrechten.

Die IHK München berät Mitgliedsunternehmen zu Digitalisierung, Datenschutz und Vertragsgestaltung. Für IT- und Marketingleiter sind diese Stellen eine Orientierung, keine Anbieterempfehlung.

Rechte und Datenschutz als Auswahlkriterium

Wer Personenfotos speichert, braucht eine Rechtsgrundlage. Die Verordnung (EU) 2016/679 im Volltext legt Vorgaben für Verarbeitung, Speicherdauer und Betroffenenrechte fest. Ergänzend gelten die nationalen Regelungen des BDSG für Beschäftigtendaten und Videoüberwachung.

Der Bundesbeauftragte für den Datenschutz und die Informationsfreiheit stellt Hinweise zu Einwilligung und Bildverarbeitung bereit. Nutzungsrechte, Urheberbenennung und Bearbeitungsverbote regelt das Urheberrechtsgesetz.

Für die Systemauswahl folgt daraus: Metadatenfelder für Rechte, Lizenzlaufzeiten und Einwilligungsstatus müssen angelegt und gepflegt werden.

Beispielrechnung: Lizenz- und Betriebskosten pro Jahr

Die folgende Beispielrechnung gilt für zehn Nutzer und zwei Terabyte Speicher, Nettopreise pro Jahr, Stand 2024.

Lizenz- und Betriebskosten pro Jahr

ModellLizenzen und Abos nettoBetrieb nettoSumme nettoUmsatzsteuer 19 ProzentSumme brutto
Cloud4.800 Euroim Abo enthalten4.800 Euro912 Euro5.712 Euro
Eigener Server3.600 Euro2.400 Euro6.000 Euro1.140 Euro7.140 Euro
Hybrid4.200 Euro2.000 Euro6.200 Euro1.178 Euro7.378 Euro

Einmalig kommen für Einrichtung, Datenmigration und Schulung je nach Datenmenge 3.000 bis 15.000 Euro netto hinzu, jeweils plus 19 Prozent Umsatzsteuer. Anbieterangaben weichen davon ab, weil Nutzerzahl, Module und Vertragslaufzeit den Preis bestimmen.

Anbieter im Überblick

Canto mit Sitz in San Francisco betreibt sein System als Clouddienst. Bynder aus Amsterdam stellt eine Cloudplattform mit Markenportalen bereit und adressiert größere Marketingabteilungen. Fotoware aus Oslo ist für Installationen im eigenen Rechenzentrum bekannt und bietet daneben Cloudvarianten an.

Alle drei Anbieter verwalten Metadaten, Rechte und Ausgabeformate. Unterschiede zeigen sich beim Betriebsmodell, bei der Anbindung an bestehende Systeme und in der Branchenausrichtung.

Häufige Fragen

Für welche Teams eignet sich ein eigener Server?

Wenn Bilddaten im eigenen Rechenzentrum bleiben müssen und IT-Personal für Updates und Backups vorhanden ist, spricht das für den Eigenbetrieb.

Wie hoch sind die laufenden Kosten bei zehn Nutzern?

Nach der Beispielrechnung zwischen 4.800 und 6.200 Euro netto pro Jahr, plus 19 Prozent Umsatzsteuer, je nach Modell.

Welche Rolle spielt der Datenschutz bei Personenfotos?

Einwilligung, Zweckbindung und Löschfristen müssen dokumentiert sein. DSGVO und BDSG geben den Rahmen vor.

Wann lohnt sich ein Hybridmodell?

Wenn Metadaten und Freigaben schnell verfügbar sein sollen, die Masterdateien aber aus rechtlichen oder technischen Gründen lokal bleiben.

Welche Kriterien entscheiden den Vergleich?

Betriebsaufwand, Datenhoheit, Integration, Metadatenqualität und Rechteverwaltung.

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