
Filmproduktion
Filmproduktion in München, Hamburg und Berlin, Förderung und Tagessätze im Vergleich
Filmproduktion Angebot: FFF Bayern, MOIN Filmförderung und Medienboard Berlin-Brandenburg im Vergleich, dazu Tagessätze für Kamera, Licht und Postproduktion.
Das Wichtigste auf einen Blick
- Drei FörderwegeFFF Bayern für München, MOIN Filmförderung Hamburg Schleswig-Holstein für Hamburg und Schleswig-Holstein, Medienboard Berlin-Brandenburg für Berlin und Brandenburg.
- Gefördert wird nur, wer vor Drehbeginn beantragt; die Quote legt die Jury je Projekt fest, gedeckelt durch die Richtlinie.
- Tagessätze für Kamera, Licht und Schnitt sind in München am höchsten, Ausrüstung und Reise kommen hinzu.
- Nutzungsrechte und Vergütung stehen getrennt im Angebot, weil sie nicht im Tagessatz stecken.
- Alle Sätze sind Richtwerte netto, verbindlich ist das schriftliche Angebot.
Förderwege, Antrag und Quote im Vergleich
Wer Angebote vergleicht, trifft auf drei regionale Förderwege mit eigenem Bezug und eigenen Förderarten.
Förderwege, Antrag und Quote
FFF Bayern
- Regionaler Bezug
- Sitz, Stoff oder Drehort in Bayern
- Förderarten
- Stoffentwicklung, Produktion, Verleih; Zuschuss und Darlehen
- Antrag
- vor Drehbeginn nach gültiger Richtlinie
- Entscheidung
- Jury, mehrere Sitzungen im Jahr
- Quote und Abrechnung
- je Projekt, gedeckelt in der Richtlinie; Verwendungsnachweis
MOIN (Hamburg, Schleswig-Holstein)
- Regionaler Bezug
- Hamburg oder Schleswig-Holstein
- Förderarten
- Drehbuch, Produktion, Vertrieb
- Antrag
- vor Drehbeginn, online
- Entscheidung
- Jury, mehrere Sitzungen im Jahr
- Quote und Abrechnung
- je Projekt; Verwendungsnachweis
Medienboard Berlin-Brandenburg
- Regionaler Bezug
- Berlin oder Brandenburg
- Förderarten
- Stoffentwicklung, Produktion, Verleih, digitale Formate
- Antrag
- vor Drehbeginn, Stichtage mehrmals jährlich
- Entscheidung
- Jury, mehrere Sitzungen im Jahr
- Quote und Abrechnung
- je Projekt; Verwendungsnachweis
Förderwege im Vergleich
FFF Bayern
- Region
- München/Bayern
- Fokus
- Kino, TV, Verleih
- Antrag
- Vor Drehbeginn
- Bedingungen
- Bayerischer Bezug
MOIN Hamburg
- Region
- Hamburg/SH
- Fokus
- Kino, Serien, Innovation
- Antrag
- Vor Drehbeginn
- Bedingungen
- Regionaler Bezug
Medienboard Berlin-BB
- Region
- Berlin/Brandenburg
- Fokus
- Kino, TV, Digital
- Antrag
- Vor Produktionsstart
- Bedingungen
- Berlin-BB-Bezug
Förderquoten und Stichtage stehen nur in der gültigen Fassung der jeweiligen Richtlinie und werden regelmäßig angepasst. Aktuelle Richtlinie beim Förderträger anfordern, Vorlauf bis zur Jurysitzung einplanen, Antrag vor Drehbeginn einreichen.
Der Bescheid gilt der Produktionsfirma, nicht dem Auftraggeber. Ein Angebot weist die Förderung deshalb als Eventualposition aus, nicht als festen Nachlass. Wie sich Dienstleistungspreise entwickeln, zeigt der Preisindex des Statistischen Bundesamts.
Tagessätze und Nebenkosten
Die Sätze gelten für einen 10-Stunden-Drehtag netto und sind Verhandlungsbasis.
München
- Kamera
- 1.200 bis 1.800 €
- Oberbeleuchter
- 800 bis 1.200 €
- Schnitt und Postproduktion
- 600 bis 900 €
- Kameraausrüstung (Miete)
- 400 bis 700 €
- Lichtausrüstung (Miete)
- 300 bis 600 €
Hamburg
- Kamera
- 1.000 bis 1.600 €
- Oberbeleuchter
- 700 bis 1.100 €
- Schnitt und Postproduktion
- 550 bis 850 €
- Kameraausrüstung (Miete)
- 350 bis 650 €
- Lichtausrüstung (Miete)
- 250 bis 550 €
Berlin
- Kamera
- 900 bis 1.500 €
- Oberbeleuchter
- 650 bis 1.000 €
- Schnitt und Postproduktion
- 500 bis 800 €
- Kameraausrüstung (Miete)
- 300 bis 600 €
- Lichtausrüstung (Miete)
- 250 bis 500 €
Reise, Übernachtung und Verpflegung rechnet die Produktion nach Belegen oder pauschal ab, bei auswärtigen Gewerken oft 150 bis 400 € je Drehtag. Hinzu kommen Versicherung, Genehmigungen und Musiklizenzen.
Wer eigenes Equipment stellt, rechnet beim Tagessatz höher ab und spart die Miete. München liegt vorn, weil Medienhäuser und Industrie dort viele Gewerke gleichzeitig nachfragen.
Beispielrechnung: Imagefilm mit zwei Drehtagen in München
Angenommen werden drei Minuten Länge, zwei Drehtage in München und fünf Tage Postproduktion, alle Beträge netto.
Beispielrechnung: Imagefilm München
- KalkulierenKamera 2 x 1.500 € = 3.000 €, Licht 2 x 1.000 € = 2.000 €, Ausrüstung 2 x 600 € = 1.200 €, Postproduktion 5 x 800 € = 4.000 €, Regie, Ton und Reise 3.000 €. Summe 13.200 €.
- Förderfähigkeit prüfenSitz und Drehort in München, angenommen sind 80 Prozent der Kosten anerkannt, also 10.560 €.
- Fördern lassenangenommene Quote 20 Prozent, das sind 2.112 €. Der Antrag liegt vor Drehbeginn bei FFF Bayern, die Jury entscheidet in einer ihrer Sitzungen. Eigenanteil 11.088 €.
- Rechte einkaufenfünf Jahre, deutschsprachiger Raum, Website und Messe, Beispielvergütung 2.000 €. Damit 13.088 € netto vor Umsatzsteuer.
- AbrechnenVerwendungsnachweis nach Freigabe einreichen, danach zahlt die Förderung aus. Auf die Herstellungskosten kommt die Umsatzsteuer von 19 Prozent.
Nutzungsrechte im Angebot
Nutzungsrechte gehen nicht mit dem Film über, sie werden ausdrücklich übertragen, mit Umfang, Dauer, Territorium und Medien. Wie das geschieht, regelt § 31 UrhG.
Die Vergütung muss angemessen sein und die Verwertung abbilden, wie § 32 UrhG verlangt. Treten Beschäftigte vor der Kamera auf, kommt die Einwilligung nach § 26 BDSG und das Recht am eigenen Bild hinzu.
Förderung und Rechteklärung laufen getrennt, ein Förderbescheid regelt keine Nutzung.
Häufige Fragen
Welche Förderquoten und Fristen gelten?
Quoten legt die Jury je Projekt fest, gedeckelt durch die Richtlinie. Anträge gehen vor Drehbeginn ein, Entscheidungen fallen mehrmals jährlich.
Wie hoch sind die Tagessätze?
Kamera in München 1.200 bis 1.800 €, Hamburg 1.000 bis 1.600 €, Berlin 900 bis 1.500 €. Oberbeleuchter in München 800 bis 1.200 €, Berlin 650 bis 1.000 €. Postproduktion in München 600 bis 900 €, Berlin 500 bis 800 €.
Was kostet ein Imagefilm mit zwei Drehtagen in München?
In der Beispielrechnung 13.200 € netto Herstellung plus 2.000 € Rechte. Nach angenommener Förderung von 2.112 € bleiben 13.088 € netto vor Umsatzsteuer.
Deckt die Förderung die Nutzungsrechte ab?
Nein, gefördert werden Herstellungskosten. Rechte und Vergütung regelt der Vertrag mit der Produktionsfirma.