
Unternehmensfotografie
Teil von Produktbilder Standard: GDSN-Vorgaben, Rechte und Varianten planen
Welche Vorgaben gelten für Produktbilder bei Amazon, Otto und Zalando?
Produktbilder bei Amazon, Otto und Zalando: Vergleich der Bildvorgaben zu Hintergrund, Format, Auflösung, Anzahl und Varianten samt Beispielkosten.
Das Wichtigste auf einen Blick
- Amazon verlangt ein Hauptbild auf rein weißem Hintergrund, mindestens 1.000 Pixel an der langen Kante, empfohlen 1.600 Pixel.
- Otto Market arbeitet ebenfalls mit weißem Hintergrund, mindestens 1.000 Pixel je Seite und einem quadratischen Format.
- Zalando setzt auf freigestellte Bilder im Quadrat, mehrere Ansichten pro Artikel sind vorgesehen.
- GS1 Germany und GDSN regeln den Bildaustausch zwischen Datenpools, unabhängig von einzelnen Marktplätzen.
- Kosten für plattformgerechte Varianten liegen im Beispiel bei rund 2.525 Euro netto zuzüglich 19 Prozent Umsatzsteuer.
Drei Marktplätze, drei Regelwerke
Wer Produktbilder für Amazon, Otto und Zalando bereitstellt, arbeitet mit drei getrennten Richtlinien. Amazon veröffentlicht seine Vorgaben in Seller Central, Otto bündelt sie im Partnerportal von Otto Market, Zalando im Partner Program. Gemeinsam sind allen drei Plattformen ein heller Hintergrund und ein quadratisches bis leicht abweichendes Seitenverhältnis.
Unterschiede zeigen sich bei Mindestauflösung, Dateiformat, Bildanzahl und Variantenlogik. Die folgende Übersicht stellt die öffentlich dokumentierten Vorgaben gegenüber, Stand 2024. Verbindlich bleibt die jeweils aktuelle Fassung im Händlerkonto.
Hintergrund, Format und Auflösung im Vergleich
Die zentralen technischen Werte unterscheiden sich in Details.
Bildvorgaben der drei Marktplätze
Amazon
- Hintergrund
- rein weiß RGB
- Format
- JPEG PNG GIF TIFF
- Seitenverhältnis
- quadratisch empfohlen
- Mindestauflösung
- 1.000 px lange Kante
- Bilder je Artikel
- bis 9
- Varianten
- je Kind-ASIN
Otto Market
- Hintergrund
- weiß
- Format
- JPEG PNG
- Seitenverhältnis
- 1:1
- Mindestauflösung
- 1.000 px je Seite
- Bilder je Artikel
- bis 10
- Varianten
- je Variante
Zalando
- Hintergrund
- freigestellt weiß
- Format
- JPEG
- Seitenverhältnis
- 1:1
- Mindestauflösung
- 1.000 px je Seite
- Bilder je Artikel
- 4 bis 8
- Varianten
- je Farb- und Größenkombination
Amazon
- Hintergrund
- rein weiß, RGB 255 255 255
- Format
- JPEG, PNG, GIF, TIFF
- Seitenverhältnis
- quadratisch empfohlen
- Mindestauflösung
- 1.000 px an der langen Kante
- Bilder je Artikel
- bis 9
- Varianten
- eigene Bilder je Kind-ASIN
Otto Market
- Hintergrund
- weiß
- Format
- JPEG, PNG
- Seitenverhältnis
- 1:1
- Mindestauflösung
- 1.000 px je Seite
- Bilder je Artikel
- bis 10
- Varianten
- eigene Bilder je Variante
Zalando Partner Program
- Hintergrund
- freigestellt, weiß
- Format
- JPEG
- Seitenverhältnis
- 1:1
- Mindestauflösung
- 1.000 px je Seite
- Bilder je Artikel
- 4 bis 8
- Varianten
- eigene Bilder je Farb- und Größenkombination
Alle drei Anbieter verbieten Wasserzeichen, Logos, Rahmen und eingeblendeten Text im Hauptbild. Bei Aufnahmen von Mitarbeitenden oder Modellen greifen zusätzlich Pflichten aus der Datenschutz-Grundverordnung, etwa Information und Einwilligung.
Wer Mitarbeitende, Modelle oder geschützte Marken zeigt, braucht darüber hinaus schriftliche Freigaben für die jeweilige Nutzung.
Anzahl der Bilder und Varianten
Amazon erlaubt bis zu neun Bilder je Angebot, wobei das Hauptbild die Kaufentscheidung trägt und die weiteren Ansichten Details, Maßstab und Anwendung zeigen. Für Varianten wie Farbe oder Größe legt Amazon je Kind-ASIN eigene Bilder an, das Hauptbild der Eltern-ASIN dient nur als Referenz.
Otto Market verlangt für jeden Variantenartikel einen eigenen Bildsatz, weil das Sortiment stark auf Farb- und Größenvarianten ausgelegt ist. Zalando erwartet mehrere Perspektiven pro Artikel, üblich sind Vorderansicht, Rückansicht, Detail und getragene Aufnahme. Fehlt eine Perspektive, sinkt die Sichtbarkeit im Katalog.
GS1 Germany und GDSN: Bilder als Datenattribut
Marktplatzvorgaben gelten nur für den jeweiligen Kanal. Wer Stammdaten zentral pflegt, arbeitet zusätzlich mit dem Global Data Synchronisation Network, kurz GDSN. Dort werden Produktbilder als Attribut gemeinsam mit GTIN, Maßen und Gewichten ausgetauscht.
GS1 Germany vergibt die GTIN und stellt Leitfäden für Datenqualität bereit; die Normungsausschüsse des DIN beschreiben ergänzend, wie Bild- und Datenstrukturen dokumentiert werden. Pflichtangaben und Bildstandards unterscheiden sich je Datenpool, gemeinsame Basis bleibt die GTIN.
Nutzungsrechte vor der Produktion klären
Bevor Fotoproduktionen starten, sollten Nutzungsrechte schriftlich geregelt sein. Das Urheberrechtsgesetz räumt dem Fotografen das Urheberrecht ein; Nutzungsrechte werden vertraglich übertragen, meist räumlich, zeitlich und inhaltlich begrenzt.
Für Werbung und Website gilt zusätzlich die Richtlinie (EU) 2019/790, die Lizenzmodelle und Vergütungsansprüche beschreibt. Für Marktplätze genügt meist eine unbeschränkte Lizenz, für Werbemotive ist sie unverzichtbar. Bilder ohne geklärte Rechte gehören nicht in ein Angebot.
Beispielrechnung: was plattformgerechte Varianten kosten
Die folgende Beispielrechnung zeigt Kosten für fünfzig Artikel, die für alle drei Plattformen aufbereitet werden. Aufnahme, Freistellung und Export sind getrennt ausgewiesen. Alle Beträge sind Nettobeträge, Preisstand 2024; hinzu kommen 19 Prozent Umsatzsteuer.
| Position | Menge | Einzelpreis netto | Summe netto |
|---|---|---|---|
| Studioaufnahme, freigestellt auf weißem Hintergrund | 50 | 25,00 Euro | 1.250,00 Euro |
| Detail- und Rückansicht je Artikel | 100 | 9,00 Euro | 900,00 Euro |
| Drei Export-Sets im Plattformformat | 150 | 2,50 Euro | 375,00 Euro |
| Summe netto | 2.525,00 Euro | ||
| Umsatzsteuer 19 Prozent | 479,75 Euro | ||
| Gesamtbetrag brutto | 3.004,75 Euro |
Bei kleineren Sortimenten sinkt der Aufwand je Artikel, weil Aufnahme- und Retuschekosten einmalig anfallen. Wer bestehende Bilder nur umrechnet und neu exportiert, rechnet mit einem Bruchteil dieser Summe. Fehlerhafte Bilder führen zu Reklamationen und im Wiederholungsfall zu Listungssperren.
Häufige Fragen
Muss das Hauptbild bei allen drei Plattformen weiß sein?
Ja, alle drei verlangen einen weißen oder freigestellten Hintergrund. Amazon gibt die Farbwerte des Hintergrunds vor, Abweichungen fallen bei der Prüfung auf.
Welche Auflösung sollte das Hauptbild haben?
Die Mindestauflösung von 1.000 Pixeln erfüllt die Pflicht. Amazon empfiehlt 1.600 Pixel, damit die Zoomfunktion Details zeigt. Für Otto Market und Zalando sind quadratische Dateien die sichere Wahl.
Welche Rolle spielt GDSN für Produktbilder?
Im GDSN werden Bilder als Attribut neben GTIN und Maßen übertragen. Händler pflegen sie einmal im Datenpool und beliefern damit mehrere Kanäle, sofern die Formatvorgaben der Zielplattform eingehalten werden.
Was kostet die Anpassung vorhandener Bilder?
Freistellung, Retusche und Export verursachen laufenden Aufwand. Im Beispiel oben entfallen auf Detailbilder und Export-Sets 1.275,00 Euro netto, der größere Teil stammt aus der Neuproduktion.



