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Porträtfotos auf der Unternehmenswebsite: Urheberbenennung richtig setzen

Porträtfotos für die Unternehmenswebsite: Urheberbenennung nach § 13 UrhG, Wortlaut, Platz auf der Seite, Vertragsklausel und Grenzen bei Änderungen.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Der Urheber bestimmt nach § 13 UrhG, ob sein Foto mit einer Urheberbezeichnung versehen wird und mit welcher.
  • Die übliche Angabe bei Porträtfotos lautet "FotoVorname Nachname".
  • Ob die Nennung entfallen darf, entscheidet der Vertrag und nicht die Gewohnheit.
  • Die Nennung muss sich dem konkreten Bild zuordnen lassenBildunterschrift, Impressum oder Bildnachweisliste.
  • Das Unternehmen darf die Urheberbezeichnung nur ändern, wenn der Vertrag es erlaubt.

Was § 13 UrhG für Porträtfotos bedeutet

Der Fotograf hat das Recht auf Benennung, und er allein entscheidet über deren Form. Nach § 13 UrhG kann der Urheber bestimmen, ob das Werk mit einer Urheberbezeichnung zu versehen und welche Bezeichnung zu verwenden ist.

Für Porträtfotos auf der Unternehmenswebsite folgt daraus: Die Benennung ist der Regelfall, ein Verzicht muss vereinbart sein. Wer Bilder bestellt, erhält nicht automatisch das Recht, den Namen wegzulassen. Der Fotograf bleibt Urheber, solange der Vertrag nichts anderes vorsieht.

Die Nennung hat auch einen praktischen Wert. Nach § 10 Absatz 1 UrhG gilt, wer auf den Vervielfältigungsstücken eines erschienenen Werkes in der üblichen Weise als Urheber bezeichnet ist, bis zum Beweis des Gegenteils als Urheber. Eine saubere Angabe schützt damit Fotograf und Unternehmen vor späterem Streit.

Wortlaut und Platz der Nennung

Die übliche Angabe bei Porträtfotos lautet "Foto: Vorname Nachname". Entscheidend ist nicht die Schreibweise, sondern die Zuordnung: Die Nennung muss erkennen lassen, welches Bild von wem stammt. Dafür stehen drei Orte zur Wahl.

Ort der NennungSo sieht es ausWorauf Sie achten
BildunterschriftDie Angabe steht direkt am PorträtIst leicht zuzuordnen, bleibt beim Seitenumbau erhalten
ImpressumSammelangabe für mehrere BilderJedes Bild muss einem Namen zuzuordnen sein
BildnachweislisteEigene Seite mit Aufstellung aller BilderDie Liste muss zum konkreten Bild führen

Gewohnheit ist kein Maßstab. Wer den Namen am Bildrand weglässt, weil das schon immer so war, verstößt gegen die Regel. Setzen Sie die Nennung lieber in die Bildunterschrift, denn ein Zuschnitt des Bildes entfernt einen Rand-Vermerk, nicht aber den Text darunter.

Wer genannt wird: Fotograf, Angestellte, Agentur

Genannt wird der Urheber, also die Person, die das Foto gemacht hat. Auch bei angestellten Fotografen bleibt die Urheberstellung beim Fotografen. Das Arbeitsverhältnis ersetzt keine Rechteeinräumung. Wie weit die Nutzungsrechte reichen, zeigt der Beitrag zu den Nutzungsrechten für Bildmaterial.

Das erworbene Nutzungsrecht ändert nichts daran, wer Urheber ist. Ein einfaches Recht erlaubt dem Unternehmen die Nutzung, der Fotograf darf dasselbe Motiv aber weiter vergeben. Ein ausschließliches Recht schließt Dritte aus und wird höher vergütet.

Einfaches vs. ausschließliches Nutzungsrecht

Einfaches Recht

Nutzung durch Unternehmen
erlaubt
Weitergabe durch Fotograf
möglich
Vergütung
niedriger
Rechteeinräumung
§ 31 UrhG
Zweckübertragung
§ 31 Abs. 5

Ausschließliches Recht

Nutzung durch Unternehmen
erlaubt
Weitergabe durch Fotograf
ausgeschlossen
Vergütung
höher
Rechteeinräumung
§ 31 UrhG
Zweckübertragung
§ 31 Abs. 5

Wer eine Agentur beauftragt, sollte klären, ob diese die Nutzungsrechte selbst hält oder nur vermittelt. Fehlt die Kette der Rechteübertragung, haftet am Ende der Websitebetreiber. Lassen Sie sich deshalb den Namen des Urhebers und den gewünschten Wortlaut der Nennung schriftlich geben.

Die Benennung des Fotografen ersetzt nicht die Einwilligung der Abgebildeten. Wer Mitarbeitende oder Kundinnen fotografiert und das Bild veröffentlicht, braucht deren Einwilligung nach §§ 22, 23 KunstUrhG. Wie das bei Belegschaftsbildern abläuft, beschreibt der Beitrag zu Teamfotos und Einwilligung.

Die Nennung im Vertrag regeln

Der Vertrag entscheidet, ob und wie genannt wird. Halten Sie deshalb Wortlaut, Platz und Kanäle schriftlich fest. Soll die Nennung entfallen, muss der Fotograf darauf ausdrücklich verzichten, mündliche Absprachen tragen im Streitfall nicht.

  • Wortlaut der Angabe festgelegt, etwa "FotoVorname Nachname"
  • Platz bestimmtBildunterschrift, Impressum oder Bildnachweisliste
  • Nennung für jeden Kanal einzeln geregelt, auch für Social-Media-Profile
  • Verzicht, falls gewünscht, ausdrücklich und schriftlich vereinbart
  • Bearbeitung und Zuschnitt des Bildes ausdrücklich erlaubt

Auch die Bearbeitung gehört in diese Liste. Nach § 39 UrhG darf der Inhaber eines Nutzungsrechts das Werk, dessen Titel oder Urheberbezeichnung nicht ändern, wenn nichts anderes vereinbart ist. Das Unternehmen sollte die Angabe daher nicht eigenmächtig kürzen oder umformulieren.

Nennung bei weiteren Nutzungen

Jeder zusätzliche Kanal ist eine eigene Nutzung. Wird ein Porträt später auf der Karriereseite, im Newsletter oder auf Social-Media-Profilen verwendet, sollte die Vereinbarung auch dafür die Nennung regeln. Zusätzliche Kanäle werden schriftlich als Nachtrag vereinbart, wie der Beitrag zum Eventfotografen für Firmenfeiern zeigt.

Welche Lizenzmodelle für Website und Werbung üblich sind, vergleicht der Beitrag zu den Lizenzmodellen in Werbung und Website. Was die Nutzung kosten kann, zeigt der Beitrag zu den Bildrechte-Kosten.

Prüfen Sie nach jedem Relaunch der Website, ob die Nennung noch am Bild steht. Beim Wechsel der Vorlage gehen Bildunterschriften leicht verloren, und eine fehlende Nennung fällt erst auf, wenn der Fotograf nachfragt. Ein jährlicher Kontrollgang durch alle Porträtseiten genügt dafür.

Häufige Fragen

Muss der Fotograf auf der Website genannt werden?

Der Urheber kann bestimmen, ob und mit welcher Bezeichnung sein Werk versehen wird. Die Benennung ist der Regelfall, ein Verzicht muss vereinbart sein. Prüfen Sie, ob die Bildunterschrift die Nennung noch enthält.

Wo darf die Nennung stehen?

In der Bildunterschrift, im Impressum oder in einer Bildnachweisliste. Sie muss die Zuordnung zum konkreten Bild ermöglichen.

Darf ich die Urheberbezeichnung ändern?

Nicht ohne Vereinbarung. Nach § 39 UrhG darf der Inhaber eines Nutzungsrechts die Urheberbezeichnung nur ändern, wenn der Vertrag das erlaubt.

Gilt die Nennung auch bei angestellten Fotografen?

Ja. Auch bei angestellten Fotografen bleibt die Urheberstellung beim Fotografen, das Arbeitsverhältnis ersetzt keine Rechteeinräumung.

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