Produkt wird im Studio vor weißem Hintergrund für Marktplatzbilder fotografiert
Bild: Bildwirtschaft

Unternehmensfotografie

Teil von Produktbilder Standard: GDSN-Vorgaben, Rechte und Varianten planen

Wie werden Produktbilder für Marktplätze und Händlerportale erstellt?

Produktbilder für Marktplätze: Schrittfolge von der Kanalspezifikation über Shooting und Freisteller bis zum Upload, mit Kosten und Rechten aus der Praxis.

Das Wichtigste auf einen Blick

Kosten und Vorgaben im Überblick

  • 1.200–1.800 €Studiotag netto
  • 3–25 €Freisteller pro Bild netto
  • 19 %MwSt. auf alle Leistungen
  • 85 %Mindestfläche Produkt im Hauptbild
  • Jeder Marktplatz prüft Bilder automatischAmazon Seller Central, Otto Market und das Zalando Partner Program verlangen weißen Hintergrund, Mindestauflösung und passende Dateiformate.
  • Die Schrittfolge reicht von der Kanalspezifikation über Briefing, Fotografie und Freisteller bis zum Farbprofil und Upload.
  • Ein Studiotag kostet 2024 rund 1.200 bis 1.800 Euro netto, zuzüglich 19 Prozent MwSt.
  • Freisteller kosten 3 bis 25 Euro netto pro Bild, abhängig von Reflexionen, Transparenzen und Textilstrukturen.
  • Die GTIN aus GS1 Germany und die Attributfelder des Portals verbinden Bild und Produktdatensatz.

Kanalspezifikationen vor dem ersten Foto klären

Amazon Seller Central verlangt für das Hauptbild einen rein weißen Hintergrund, das Produkt soll mindestens 85 Prozent der Bildfläche einnehmen. Für die Zoomfunktion sind mindestens 1000 Pixel an der längsten Seite nötig, empfohlen sind 1600 Pixel. Otto Market und das Zalando Partner Program setzen eigene Maße für Beschnitt, Mindestauflösung und Bildanzahl.

Kanalspezifikationen im Vergleich

Amazon Seller Central

Hintergrund
rein weiß
Produktfläche
mind. 85 %
Mindestauflösung
1000 px
Empfohlene Auflösung
1600 px
Bildanzahl
eigene Vorgabe

Otto Market

Hintergrund
eigene Vorgabe
Produktfläche
eigene Vorgabe
Mindestauflösung
eigene Maße
Empfohlene Auflösung
eigene Maße
Bildanzahl
eigene Vorgabe

Zalando Partner Program

Hintergrund
eigene Vorgabe
Produktfläche
eigene Vorgabe
Mindestauflösung
eigene Maße
Empfohlene Auflösung
eigene Maße
Bildanzahl
eigene Vorgabe

Diese Vorgaben ändern sich mehrmals pro Jahr. Legen Sie eine Tabelle an: pro Kanal Format, Pixelmaß, Farbraum, Dateiformat und maximale Bildanzahl. Diese Tabelle ist die Grundlage jedes Briefings und ersetzt Rückfragen im Studio.

Bilder brauchen eine eindeutige Zuordnung. GS1 Germany vergibt die GTIN, über die Marktplätze und Warenwirtschaft Bilder mit Varianten verknüpfen. Ohne saubere GTIN landet das falsche Motiv am falschen Artikel.

Die Schrittfolge von der Anfrage bis zum Upload

  1. Briefing schreibenKanal, Produktliste, gewünschte Ansichten, Bildanzahl pro Variante, Liefertermin und Budgetrahmen.
  2. Shooting vorbereiten und durchführenLichtsetup, Requisiten, Musterware, Studio oder Mietfläche. Klären Sie vorab Reflexionen, Transparenzen und empfindliche Oberflächen, denn davon hängt der Aufwand beim Freistellen ab.
  3. Bildauswahl und FreistellerPro Ansicht ein Motiv auswählen, auf Weiß freistellen und einen Alpha-Kanal anlegen lassen.
  4. Farbprofil und Exportin sRGB konvertieren, als JPEG in hoher Qualität ausgeben, Dateinamen nach einer festen Konvention vergeben.
  5. Upload und PrüfungDateien in Amazon Seller Central, Otto Market oder dem Zalando Partner Program hochladen, Fehlermeldungen abarbeiten, Zoomfunktion und Vorschau testen.

Freisteller, Farbprofil und Dateiformat

Freisteller sind der häufigste Fehlerpunkt. Haare, Netze und Glasflächen brauchen einen Alpha-Kanal mit weicher Kante, sonst franst das Produkt vor weißem Hintergrund aus. Marktplätze akzeptieren JPEG, PNG und TIFF, verlangen aber meist sRGB. Rechnen Sie nicht mit CMYK, weil die Portale Dateien für Web und App neu umwandeln.

Für wiederkehrende Serien lohnt eine feste Ordnerstruktur mit Metadaten. Der Normungsausschuss NIA beim DIN beschreibt solche Grundlagen für Bildverwaltung und Datenstrukturierung.

Rechte und Personenaufnahmen klären

Das Urheberrechtsgesetz regelt, welche Nutzungsrechte für Werbung und Website eingeräumt werden müssen. Bei Aufnahmen mit Models oder Mitarbeitenden greift zusätzlich die Datenschutz-Grundverordnung. Klären Sie Laufzeit, Gebiet und Kanäle schriftlich im Briefing, nicht erst nach der Lieferung.

Beispielrechnung für 40 Artikel

LeistungPreis nettomit 19 Prozent MwSt.
Studiotag, 8 Stunden, Fotograf mit Licht und Assistenz1.200 bis 1.800 Euro1.428 bis 2.142 Euro
Freisteller Standardprodukt3 bis 8 Euro pro Bild3,57 bis 9,52 Euro pro Bild
Freisteller mit Reflexion oder Transparenz12 bis 25 Euro pro Bild14,28 bis 29,75 Euro pro Bild
Retusche gegen Staub, Kratzer und Etiketten20 bis 45 Euro pro Bild23,80 bis 53,55 Euro pro Bild

Beispielrechnung: 40 Artikel mit je zwei Ansichten ergeben 80 Bilder. Ein Studiotag zu 1.500 Euro netto und Freisteller zu 6 Euro netto pro Bild ergeben zusammen 1.980 Euro netto. Mit 19 Prozent MwSt. sind das 2.356,20 Euro brutto. Stand: 2024.

Upload und Freigabe in den Portalen

Nach dem Upload prüfen die Portale Bilder automatisch gegen ihre Richtlinien. Amazon und Otto Market melden fehlenden Weißraum, zu kleine Dateien oder doppelte Motive zurück. Planen Sie eine Nachkontrolle ein, in der Sie jede Artikelnummer in der Vorschau öffnen und die Bildreihenfolge prüfen. Halten Sie Bildlieferung und Produktdatenlieferung getrennt, damit ein Datenfehler nicht die komplette Bildstrecke blockiert.

Häufige Fragen

Wie viele Bilder sollte ein Artikel haben?

Für Marktplätze genügen fünf bis acht Ansichten: Front, Rückseite, Detail, Anwendung und Maßangabe. Zusätzliche Ansichten erhöhen die Klickrate, kosten aber Freisteller und Pflegeaufwand.

Welche Auflösung ist ausreichend?

1600 Pixel an der längsten Seite decken die Zoomfunktionen und Retail-Anforderungen der meisten Portale ab. Kleinere Dateien lehnt Amazon Seller Central für den Zoom ab.

Wie lange dauert ein Shooting für 40 Produkte?

Ein Studiotag reicht für rund 40 bis 60 einfache Produkte mit je zwei bis drei Ansichten. Aufwendige Oberflächen, Sets und Modelszenen brauchen einen zweiten Tag.

Wer trägt die Verantwortung für Bildrechte?

Wer Bilder hochlädt, braucht die passenden Nutzungsrechte. Lassen Sie Umfang, Laufzeit und Gebiet im Vertrag bestätigen und archivieren Sie die Nachweise pro Artikel.

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