Stativkamera auf öffentlicher Verkehrsfläche vor Stahlwerk im Ruhrgebiet
Bild: Bildwirtschaft

Unternehmensfotografie

Unternehmensfotografie im Ruhrgebiet, Genehmigungen für Drehs in Industrieanlagen

Unternehmensfotografie im Ruhrgebiet: Drehgenehmigungen für Industrieanlagen und öffentlichen Raum, Ansprechpartner in Essen und Köln, DGUV und Kosten.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • WerksgeländeDie Drehgenehmigung erteilt der Betreiber, nicht die Stadt.
  • Öffentliche FlächeStativ, Licht oder Absperrung lösen die Sondernutzungserlaubnis aus.
  • Zuständig sind Ordnungsamt oder Straßenbaubehörde, in Essen und Köln über das Serviceportal.
  • Im Werk gelten Unterweisung, Schutzausrüstung und Begleitung.

Drei Zuständigkeiten, die einander nicht ersetzen

Wer in einer laufenden Anlage fotografiert, braucht zuerst einen Ansprechpartner beim Betreiber: Werksicherheit, Kommunikationsabteilung oder Standortleitung. Ohne schriftliche Drehgenehmigung gibt es keinen Zutritt.

Die Genehmigung regelt Zeitfenster, Wege, erlaubte Technik und gesperrte Bereiche. Für öffentliche Verkehrsflächen ist die Kommune zuständig, für Privatflächen wie Einkaufszentren der Eigentümer.

Genehmigungen und Pflichten

  • Schriftliche Drehgenehmigung des Betreibers
  • Sondernutzung bei Kommune beantragen
  • IHK Essen und Stadt Köln ansprechen
  • DGUVUnterweisung und Schutzausrüstung
  • KostenGebühren, Personal, Versicherung
  • Früh anfragen wegen Sicherheitsunterweisung

Fünf Angaben gehören in die Anfrage:

Drei Zuständigkeiten

  • Name und Funktion des Ansprechpartners im Werk
  • Wunschzeitraum mit Ausweichtermin
  • Personenzahl, Fahrzeuge, Technik, Strombedarf
  • Motivliste mit Bereichen, die gesperrt bleiben
  • Nachweis der Haftpflichtversicherung

Sondernutzung im öffentlichen Raum in NRW

Gehen und Fotografieren auf Gehweg oder Platz sind Gemeingebrauch. Sobald Stativ, Scheinwerfer, Kamerawagen oder Absperrung aufgebaut werden, wird es erlaubnispflichtig.

Genehmigung im öffentlichen Raum

Wird nur gegangen und fotografiert?

Yes

Ja -> Verkehrsfläche meist ohne Erlaubnis nutzbar

No

Nein -> Sondernutzung, Antrag bei Kommune

In Nordrhein-Westfalen ist das eine Sondernutzung nach dem Straßen- und Wegegesetz des Landes. Die Erlaubnis erteilt die Straßenbaubehörde der Kommune, bei innerörtlichen Straßen in der Regel das Ordnungsamt.

Drohnen verbieten viele Betreiber generell; zusätzlich gilt die Erlaubnispflicht nach § 21 LuftVO.

Essen und Köln: Ämter, Portale, Gebühren

Die IHK zu Essen und die IHK Köln sind keine Genehmigungsbehörden, vermitteln aber Kontakte zu Betreibern im Kölner Raum und im Revier.

Anträge für öffentliche Flächen nehmen Straßenbaubehörde und Ordnungsamt über das Online-Serviceportal der Stadt an. Dort ist auch die Sondernutzungssatzung veröffentlicht.

Die Gebühr folgt dieser Satzung, meist berechnet aus Fläche, Dauer und Beeinträchtigung. Im Werk fällt keine kommunale Gebühr an, der Betreiber rechnet Begleitung und Sicherheitsaufwand ab.

Sicherheitsauflagen für das Drehteam

In Industrieanlagen gilt Arbeitsschutzrecht, Gäste werden wie Beschäftigte behandelt. Grundlage sind die Vorgaben der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung.

Vor dem ersten Schritt ins Werk folgt eine Unterweisung zu Fluchtwegen, Sammelplätzen und Signalen; je nach Anlage dauert sie 15 bis 60 Minuten.

Pflicht sind Helm, Sicherheitsschuhe, Schutzbrille und Gehörschutz. Häufige Auflagen sind Begleitung, feste Wege und gekennzeichnete Kabel.

Kosten: welche Posten das Budget bestimmen

Kosten: welche Posten

PostenWas den Betrag bestimmt
SondernutzungsgebührFläche, Dauer, Beeinträchtigung, Tarif der Satzung
WerksbegleitungStundensatz des Betreibers, Länge des Zeitfensters
Versicherunggeforderte Deckungssumme, bestehende Police
Unterweisungmeist kostenfrei, kostet Zeit im Zeitfenster
ProduktionstagTeamgröße, Technik, Zahl der Motive

Dienstleistungen werden netto zzgl. 19 % Umsatzsteuer abgerechnet, kommunale Gebühren setzt die Satzung fest. Größter Posten ist meist der Drehtag, die Genehmigungsgebühr der kleinste.

Ablauf: von der Anfrage zur Freigabe

Ablauf: von der Anfrage

  1. Motivliste, Zeitraum und Personenzahl an Werksicherheit und Kommunikation senden.
  2. Auflagen, Zeitfenster und Namen der Begleitperson entgegennehmen.
  3. Versicherungsnachweis und Ausweisdaten aller Mitwirkenden einreichen.
  4. Termin bestätigen, am Drehtag Unterweisung und Schutzausrüstung erledigen.
  5. Nach dem Dreh Bilderfreigabe und Nutzungsrechte schriftlich klären.

Viele Werke behalten sich die Freigabe vor, damit keine Betriebsgeheimnisse sichtbar werden.

Vorlaufzeit: Chemiepark oder Mittelstand

Je größer der Verbund, desto länger der Weg. In Chemiepark und Stahlwerk kommen Werksausweis, Sicherheitsschulung und teils ein externer Sicherheitsdienst hinzu.

Bei einem mittelständischen Betrieb entscheidet oft die Kommunikationsabteilung allein, dort reichen wenige Wochen. Für ein eigenes Werk gelten sechs Wochen Vorlauf als Planungsgröße.

Personen im Bild und Freigaben

Erkennbare Personen brauchen eine Einwilligung, die den Veröffentlichungszweck nennt; beim eigenen Personal greift zusätzlich § 26 BDSG. Das Recht am eigenen Bild steht im Kunsturhebergesetz.

Häufige Fragen

Wann brauche ich in Essen oder Köln eine Sondernutzungserlaubnis?

Sobald Sie auf Gehweg, Platz oder Straße etwas aufbauen: Stativ, Licht, Kamerawagen, Absperrung. Antrag über das Serviceportal der Stadt.

Was kostet eine Drehgenehmigung?

Auf öffentlicher Fläche eine Gebühr nach Sondernutzungssatzung, berechnet aus Fläche, Dauer und Beeinträchtigung. Im Werk ist die Genehmigung meist kostenfrei, die Begleitung nicht.

Wie lange dauert die Beantragung?

Bei Kommunen mehrere Wochen, bei Werken abhängig von Sicherheitsschulung und Terminlage. Sechs Wochen Vorlauf sind eine sichere Planungsgröße.

Mehr aus Unternehmensfotografie